Die Blaue Holzbiene im Burgenland gesichtet!

Ich gebe es zu, als ich diesen Riesenbrummer Anfang August auf meiner Terrasse entdeckt habe, war ich schon etwas erschreckt. Und auch verwundert, da ich doch dachte, die heimische Bienenwelt zu kennen. Aber so eine große, schwarze Hummel hatte ich noch nie zuvor gesehen.

Ich hab´ sie schnell fotografiert, die Fotos dann vergessen und heute beim Sortieren wieder entdeckt. Nun konnte ich auch nachforschen, wie diese schwarze Hummel heißt.

Also, es ist keine Hummel sondern eine Blaue Holzbiene. (Vielleicht sieht man auf dem zweiten Foto, das leider etwas unscharf ist, dass die Flügel bläulich schimmern.) Die Blaue Holzbiene ist die größte Wildbienenart und eigentlich in Südeuropa heimisch. Durch die Klimaveränderung und die wärmeren Sommer hat sie sich in den letzten Jahren auch bei uns angesiedelt. (Deshalb haben viele von uns, diese Biene nie zuvor gesehen.)

Hier die genaueren Infos:

Die Blaue Holzbiene (Xylocopa violacea) ist  mit bis zu 3 cm Körperlänge seit kurzem die größte heimische Bienenart. Der tiefschwarze Körper ist hummelartig und mit der Eleganz einer Honigbiene nicht zu vergleichen. Die Flügel schimmern je nach Lichteinfall bläulich. In Mitteleuropa ist sie noch sehr selten, so wurde sie in Thüringen seit 1990 ca. 10 mal nachgewiesen.

Die Holzbienen nisten in altem Holz, wo sie fingergroße Gänge für die Brutablage hineinfressen. Sie bevorzugen sonnenbeschienene Biotope mit viel Totholz (mein armer Zwetschkenbaum, Demeter hab ihn selig!) und großer Blütenvielfalt.

Die Blaue Holzbiene lebt solitär. (Was für ein schönes Wort für „allein“. Ich war also auch, bevor ich meinen Mann kennengelernt habe, ein „Solitär“. Jetzt hab ich einen Solitär. 🙂 ) Männchen und Weibchen treffen sich Ende April nur zur Paarung. Danach beginnen die Weibchen mit dem Nestbau. Mit ihren kräftigen Kauwerkzeugen nagen sie die Brutröhren ins Holz, darin gibt es 10 bis 15 Brutkammern, die mit je einem Ei und reichlich Blütenstaub bestückt werden. Die Larven verpuppen sich in der Kammer, schlüpfen im Sommer und fressen sich als fertige Bienen aus dem Holz heraus.

Holzbienen sind ausgezeichnete Flieger, saugen den Pollen wie Kolibris (wobei sie längst nicht so elegant aussehen) aus der Blüte. Bevorzugt schwirren sie um Blauregen, Flieder, Wiesensalbei und Flockenblume. Sie können zwar stechen, verhalten sich dem Menschen gegenüber aber nicht aggressiv. Die Blaue Holzbiene gilt als standorttreu. (Da bin ich aber neugierig, ob sie nächstes Jahr wieder kommt)

Einzig, wenn sie in Holzhäusern (Fachwerkbauten, etc.) ihre Nester bauen, können sie zum Ärgernis werden.

Bei mir jedenfalls sind sie jederzeit willkommen, vor allem seit ich weiß, dass sie nicht stechen. Sind sie doch sehr drollig anzusehen, wenn sie sich auf zu kleine Blüten, wie z.B. Wicken, niederlassen und die Blüten unter dem Gewicht dieser Monsterbeine zu Boden gehen.

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