San Marzano – die wahrscheinlich längste Tomate der Welt

Bei meiner – wahrscheinlich letzten großen – Tomatenernte heute war dieser kleine Walfisch dabei: Moby Dick di San Marzano

Geht es nur mir so, das ich immer und überall Gesichter oder kleine Tierchen sehe? Aber ich hab mal einen Kurs gemacht, da mussten wir  alle möglichen Oberflächen fotografieren –  Asphaltritzen, Baumrinden, Häuserverputz, Maschinen – uns davon inspirieren lassen und dann aus den Linien, die wir sahen, Gesichter oder Tiere zeichnen. Das ist bei mir echt hängen geblieben.

Aber zurück zur San Marzano Tomate. Wieder mal habe ich den Samen aus einer gekauften, diesmal aus einem Supermercato in Udine, Tomate geholt, getrocknet und im März auf meiner Fensterbank vorgezogen. Obwohl – wie ich jetzt bei Google erfahre –  es recht schwer sein soll, sie selbst zu ziehen, wuchsen fünf sehr schöne Pflänzchen, die sehr viele Früchte getragen haben und noch immer tragen. (Sie werden vor dem ersten Frost nicht reif sein, da muss ich wieder meine Nachreifungsstrategie  anwenden. Dazu aber ein eigener Post in den nächsten Tagen.) Wenn man aus den Samen einer Frucht neue Pflänzchen ziehen kann, sind sie keine Hybridpflanzen. Bei Hybriden muss man jedes Jahr neue Samen kaufen, der Vorteil dieser Hybrid-Züchtungen ist einheitlicher Geschmack, einheitliches Abreifen und ein einheitliches Aussehen – aber dann hätte es keinen kleinen Moby Dick  gegeben 😦 . Und auf meiner Wilden Wiese will ich ungezähmtes Wachstum!

Über die San Marzano Tomate:

Sie gilt als eine der besten Tomaten und da muss ich vorbehaltlos zustimmen. Das Fruchtfleisch ist sehr aromatisch und fest, sie hat kaum Kerne und ganz wenig Wasser. Die Sorte kommt aus dem gleichnamigen Ort in Kampanien. Ich muss leider schon wieder abschweifen, aber bei Kampanien, denke ich sofort an das Hohlbeingemälde „Goethe in Kampanien“ und so wie Johann Wolfgang da drein sieht, hat er sicher gerade vorher ein super Sugo aus San Marzano Tomaten gegessen.

Aber zurück zu den Tomaten. Der Legende nach waren sie ein Geschenk des Königs von Peru an den König von Sizilien und sie wurden 1770 zum ersten Mal rund um den Vesuv angebaut, wo sie heute noch wachsen. Die Sorte ist sehr empfindlich und muss von Hand geerntet werden. Da sieht man, dass sie für den Geschmack und nicht die handliche Ernte gezüchtet wurde 🙂

Und nun guten Appetit! Ich muss mir jetzt gleich ein paar Samen für das nächste Jahr retten.

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